Pilates Franzi – Coaching Hofmann

Reformer oder Matten-Pilates? Der ehrliche Vergleich

In Bonn eröffnet gerade ein Reformer-Studio nach dem anderen, und die Frage kommt inzwischen in fast jedem Erstgespräch: Ist das Gerät besser als die Matte? Die ehrliche Antwort ist unbequemer als jede Werbeaussage – sie lautet: es kommt darauf an, und zwar auf etwas anderes, als die meisten denken.
Franzi HofmannFranzi HofmannLizenzierte Pilates-Trainerin, Bonn
4. September 2026 8 Min. Lesezeit Geprüft von Franzi Hofmann
Ein klassischer Pilates-Reformer neben einer aufgerollten Matte auf hellem Holzboden – KI-generiertes SymbolbildKI-Bild
Inhalt dieses Artikels
  1. 1.Was ist der Unterschied zwischen Reformer- und Matten-Pilates?
  2. 2.Was kann der Reformer, was die Matte nicht kann?
  3. 3.Was kann die Matte, was der Reformer nicht kann?
  4. 4.Die Unterschiede auf einen Blick
  5. 5.Ist Reformer-Pilates effektiver?
  6. 6.Was kostet Reformer-Pilates im Vergleich?
  7. 7.Womit solltest du anfangen?
  8. 8.Und in Bonn?

Was ist der Unterschied zwischen Reformer- und Matten-Pilates?

Matten-Pilates arbeitet mit dem eigenen Körpergewicht gegen die Schwerkraft. Reformer-Pilates arbeitet auf einem Schlitten, dessen Federn Widerstand geben oder Gewicht abnehmen können. Die Übungen und die zugrunde liegenden Prinzipien sind weitgehend dieselben – unterschiedlich ist, wie viel Arbeit dir das Gerät abnimmt.

Beides geht auf dieselbe Person zurück. Joseph Pilates entwickelte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sowohl das Mattenprogramm als auch die Geräte, darunter den Reformer. Die Vorstellung, der Reformer sei eine moderne Weiterentwicklung der Matte, stimmt historisch nicht: Beide gehörten von Anfang an zusammen. Er nutzte die Geräte, um Menschen an Bewegungen heranzuführen, die sie frei noch nicht ausführen konnten.

Was kann der Reformer, was die Matte nicht kann?

Der Reformer kann Bewegungen unterstützen. Eine Feder trägt einen Teil deines Gewichts, sodass du eine Übung ausführen kannst, für die deine Kraft allein noch nicht reicht. Genau das ist sein eigentlicher Wert – nicht die höhere Intensität, mit der oft geworben wird.

Das macht ihn stark, wenn Beweglichkeit oder Kraft deutlich eingeschränkt sind: nach Operationen, bei akuten Beschwerden, in der Rehabilitation, bei ausgeprägten Bewegungsängsten. Wo auf der Matte gar nichts geht, geht am Gerät oft doch etwas.

Der zweite Vorteil ist die Rückmeldung. Der Schlitten läuft nur sauber, wenn du sauber arbeitest. Wer ausweicht, merkt das sofort – auf der Matte braucht es dafür ein aufmerksames Auge von außen.

Was kann die Matte, was der Reformer nicht kann?

Auf der Matte gibt es nichts, das dich hält. Du musst deine Position selbst herstellen und selbst halten – und genau diese Fähigkeit brauchst du im Alltag. Beim Heben einer Kiste, beim Tragen eines Kindes, beim langen Sitzen steht dir keine Feder zur Verfügung.

Dazu kommt die Unabhängigkeit. Was du auf der Matte gelernt hast, kannst du im Hotelzimmer, im Wohnzimmer und im Park wiederholen. Reformer-Training bindet dich an ein Gerät und damit an ein Studio und meist an eine laufende Mitgliedschaft.

Und praktisch: Ein Mattenkurs ist nicht durch die Zahl der Geräte begrenzt, sondern nur durch die Raumgröße. Das klingt nach einem Nachteil für die Gruppengröße – ist aber eine Frage der Entscheidung des Anbieters, nicht des Formats.

Die Unterschiede auf einen Blick

 MatteReformer
Widerstand kommt vondem eigenen KörpergewichtFedern, ein- und ausblendbar
Bewegung wird geführt
Übertragbar in den Alltag
Zuhause weiterüben
Hilfreich bei stark eingeschränkter Beweglichkeit
Von der Krankenkasse bezuschussbar
Ohne laufende Mitgliedschaft buchbar
Gruppengröße durch Geräte begrenzt

Ist Reformer-Pilates effektiver?

Für die Behauptung, eine der beiden Formen sei der anderen grundsätzlich überlegen, gibt es keine belastbare Grundlage. Was in beiden Fällen den Ausschlag gibt, ist banaler und unbequemer: Regelmäßigkeit, saubere Ausführung und eine Trainerin, die hinschaut und korrigiert.

Wer zweimal im Monat an den Reformer geht, macht weniger Fortschritte als jemand, der wöchentlich auf der Matte arbeitet. Die Frage nach dem effektiveren Gerät ist deshalb fast immer die falsche Frage. Die richtige lautet: Welches Format halte ich über einen Kursblock hinweg tatsächlich durch?

Was kostet Reformer-Pilates im Vergleich?

Reformer-Training ist teurer in der Bereitstellung, weil jedes Gerät mehrere tausend Euro kostet und Platz braucht. In Bonn verlangt ein Reformer-Studio derzeit ab 21 Euro für die Einzelstunde. Mit Zehnerkarte sinkt der Preis auf rund 17 Euro, mit Monatsmitgliedschaft auf etwa 14 Euro pro Einheit (Stand: September 2026).

Damit liegt Reformer preislich näher an einem Mattenkurs, als viele erwarten – aber der niedrige Preis pro Einheit gilt nur mit laufender Mitgliedschaft. Ein Kursblock wie bei Pilates Franzi kostet 150 Euro für zehn Termine, also 15 Euro pro Einheit, und endet danach. Es gibt nichts zu kündigen.

Ein Punkt, der oft übersehen wird: Bezuschusst werden von den Krankenkassen nur Präventionskurse, die nach Paragraf 20 SGB V zertifiziert sind – und zertifizierbar sind praktisch ausschließlich gerätefreie Formate. Reformer-Training fällt grundsätzlich nicht darunter. Ob ein konkreter Mattenkurs zertifiziert ist, muss man beim jeweiligen Anbieter erfragen; die Kurse bei Pilates Franzi sind es derzeit nicht.

Womit solltest du anfangen?

Wenn du körperlich nicht eingeschränkt bist, spricht viel dafür, mit der Matte anzufangen. Du lernst dort, die Bewegung selbst zu erzeugen und zu kontrollieren – und verstehst am Gerät später besser, was du tust. Umgekehrt ist der Weg schwerer: Wer die Führung des Reformers gewohnt ist, muss auf der Matte einiges nachholen.

Matte passt, wenn du …

  • Grundlagen und Körpergefühl aufbauen willst
  • ohne Mitgliedschaft trainieren möchtest
  • auch zuhause weiterüben willst
  • Wert auf persönliche Korrektur legst
  • einen Kassenzuschuss anstrebst

Reformer passt, wenn du …

  • stark eingeschränkt beweglich bist
  • nach OP oder Verletzung wieder einsteigst
  • mit ärztlicher Begleitung rehabilitierst
  • sofortige Rückmeldung vom Gerät brauchst
  • gern regelmäßig ins Studio gehst

Und in Bonn?

Bonn hat inzwischen mehrere Reformer-Studios, überwiegend in der Innenstadt und rund um den Bonner Talweg. Wer gezielt ans Gerät möchte, findet dort gute Angebote – und dieser Text soll niemanden davon abhalten.

In der Colmantstraße 47 in der Weststadt wird ausschließlich Matten-Pilates unterrichtet, in Blockkursen mit maximal 14 Teilnehmerinnen und Kleingeräten als Ergänzung. Wer Grundlagen aufbauen, verstehen will, was der eigene Körper tut, und dabei tatsächlich gesehen und korrigiert werden möchte, ist hier richtig.

Matten-Pilates in Bonn Weststadt

Erst verstehen, dann entscheiden

Wenn du Grundlagen aufbauen und dabei tatsächlich gesehen und korrigiert werden willst, ist ein Mattenkurs der richtige Start. Kleine Gruppen, Blockkurse, Matten und Kleingeräte vor Ort.

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Und falls es am Ende doch der Reformer wird: auch gut. Hauptsache, du bewegst dich.

Häufige Fragen zu Reformer und Matte

Ist Reformer-Pilates besser als Matten-Pilates?

Nein, die beiden sind nicht besser oder schlechter, sondern unterschiedlich. Der Reformer nimmt dir über Federn Gewicht ab oder gibt Widerstand dazu und führt die Bewegung. Auf der Matte trägst und steuerst du dich selbst. Beides geht auf Joseph Pilates zurück und beides funktioniert – die Frage ist, was du gerade brauchst.

Was ist günstiger, Reformer oder Matte?

Matten-Pilates ist in der Regel günstiger, weil kein Gerätepark finanziert werden muss. In Bonn kostet eine Reformer-Einzelstunde aktuell ab etwa 21 Euro; mit Zehnerkarte oder Mitgliedschaft sinkt der Preis auf 14 bis 17 Euro pro Einheit. Ein Mattenkurs im Block liegt oft bei 12 bis 18 Euro pro Termin, ohne laufende Mitgliedschaft.

Kann ich als Anfängerin direkt an den Reformer?

Ja, das ist möglich und viele Studios bieten genau das an. Der Reformer führt die Bewegung, dadurch fühlen sich viele Übungen zu Beginn leichter an. Der Nachteil: Du lernst die Bewegung mit Unterstützung, nicht aus eigener Kraft. Wer die Grundprinzipien zuerst auf der Matte lernt, versteht am Gerät später besser, was er tut.

Brauche ich für Matten-Pilates eigenes Equipment?

Nein. Für einen Mattenkurs reichen bequeme Kleidung und rutschfeste Socken. Matten und Kleingeräte wie Ring, Ball oder Band sind in den Kursen bei Pilates Franzi vor Ort vorhanden. Wer zuhause weiterüben möchte, braucht ebenfalls nicht mehr als eine Matte.

Übernimmt die Krankenkasse Reformer- oder Matten-Pilates?

Bezuschusst werden nur Präventionskurse, die nach Paragraf 20 SGB V von der Zentralen Prüfstelle Prävention zertifiziert sind. Zertifizierbar sind praktisch ausschließlich gerätefreie Kursformate, also Matten-Pilates – Reformer-Training an Geräten fällt nicht darunter. Ob ein einzelner Kurs zertifiziert ist, steht immer beim Anbieter.

Bietet Pilates Franzi Reformer-Pilates an?

Nein. In der Colmantstraße wird ausschließlich Matten-Pilates in kleinen Gruppen unterrichtet, mit Kleingeräten als Ergänzung. Wer gezielt an den Reformer möchte, ist in einem der Bonner Gerätestudios besser aufgehoben – wer Grundlagen, Körpergefühl und persönliche Korrektur sucht, hier.

Franzi Hofmann – Lizenzierte Pilates-Trainerin in Bonn

Geschrieben von

Franzi Hofmann

Lizenzierte Pilates-Trainerin, systemischer Coach und Gesundheitsberaterin. Unterrichtet seit über zehn Jahren Matten-Pilates in kleinen Gruppen – seit mehreren Jahren in der Bonner Weststadt.

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